Industrial IoT – Wie profitiert der Mittelstand?

April 30, 2020 | in Industrie 4.0 | von Sebastian Finkel

Begriffe wie IoT und IIoT begegnen einem heutzutage immer öfter. Wer nicht viel damit anzufangen weiß dem ist schnell geholfen, Artikel über Bedeutungen der Begriffe häufen sich und auch wir geben einen kleinen Einblick zu Beginn des Artikels. Darum dreht es sich heute aber eigentlich nicht. Vielmehr wollen wir verständlich erklären, welche Potenziale diese Neuzeit-Technologie mit sich bringt und wie insbesondere der Mittelstand dies für sich nutzen kann.

IoT und IIoT – eine simple Abgrenzung        

Internet of Things (IoT) oder Industrial Internet of Things (IIoT) beschreiben grundsätzlich die gleiche Idee. Im Prinzip geht es um mehr oder weniger intelligente Geräte bzw. Maschinen, die über das Internet kommunizieren können. IoT zielt in erster Linie darauf ab einem Konsumenten den Alltag durch bestimmte Comfort-Features zu vereinfachen (z.B. der Heizungsthermostat, der beim Verlassen des Hauses die Temperatur automatisch herunterregelt). Während das Ziel der IIoT Maschinen und damit Produktionsprozesse so miteinander zu verknüpfen, dass Produktivität, Verfügbarkeit und Qualität (Elemente des OEE) gesteigert werden. Auch hinsichtlich Datensicherheit, Verbindungsverfügbarkeit und Datenaufkommen sind die Anforderungen wesentlich höher.

So ist zum Beispiel durch Erfassung von Echtzeitdaten eine viel größere Rechenleistung nötig. Dies wiederum bedeutet Egde-Computing hat beim IIoT eine erhöhte Relevanz.

Wie weit ist der Mittelstand in Deutschland?

IIoT ist als einer der zentralen Bausteine für Industrie 4.0 zu sehen. Auf dem Weg zu Lösungen wie die vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) oder anderen KI-Anwendungen ist die Konnektivität der verschiedenen prozessrelevanten Akteure (Maschinen, Logistik, etc.) von grundsätzlicher Bedeutung. Aktuell bewerten eine immer größere Zahl mittelständischer Unternehmen dieses Thema als besonders wichtig. Die meisten haben schon erste Projekte und Lösungen entwickelt. Die Bedeutsamkeit von IIoT wird in dieser Abbildung noch einmal verdeutlicht.

Der Umsatz im Bereich Industrial IoT in Deutschland soll im Jahr 2022 bei rund 17 Milliarden Euro liegen. Quelle: eco / Arthur D. Little

IIoT und Mehrwert – welche Vorteile ergeben sich

Nun haben gerade IoT-Lösungen im industriellen Umfeld keinen Selbstzweck, sondern sind Voraussetzung für eine datentechnisch transparente Fabrik und vielmehr für die eigentlichen Smart Services. So ist es gut, wenn eine Maschine über eine Schnittstelle relevante Daten nach außen bereitstellt. Aber erst die Kopplung der Daten z.B. aller Maschinen in einer Produktionskette und die Bewertung der Datenströme bieten dann dem Maschinenbetreiber einen Mehrwert.

Das Datenmanagement trägt hier somit eine Schlüsselrolle, um im industriellen Mittelstand wettbewerbsfähig zu bleiben. Die digitale Vernetzung von Maschinen und Anlagen ermöglicht es Daten auf einer einfach zugänglichen Plattform zu sammeln. So entsteht ein Überblick aller sich im Einsatz befindenden Produkte und eine zentrale Verwaltung wird ermöglicht. Um diese Chance zu nutzen werden jedoch neue Werkzeuge und Verarbeitungstechnologien benötigt. So sollen Daten nicht nur in Echtzeit generiert, sondern im gleichen Zug analysiert, interpretiert und weiterverarbeitet werden.

Der entstehende Mehrwert kann vielfältig sein. Der Einsatz von vorausschauender Wartung und die Optimierung der Produktionsauslastung können zu Kostenreduzierungen führen. Im Großen und Ganzen bilden eine qualitativ hochwertige Daten- und Informationsaufbereitung fundierte Entscheidungsgrundlagen.

Schritt für Schritt – Tipps für die Umsetzung

Bei der Umsetzung von IIoT-Projekten sollten man ein klares Zielbild definieren, denn am Ende sollte ja immer ein Business-Case stehen, der die Investition auch rechtfertigt. Jedoch sollte man auf der anderen Seite nicht den Fehler machen sich gleich auf schön klingende KI Lösungen zu versteifen, wenn die Daten noch nicht einmal in einem passenden Format in einer ausreichenden Menge dazu vorliegen. Grundsätzlich bietet sich ein Vorgehen in mehreren Stufen an:

  1. Datenerfassung/Bereitstellung
  2. Daten archivieren
  3. Daten visualisieren (inkl. Deskriptiver Statistiken)
  4. Daten analysieren und weiterverarbeiten
  5. Smart Services und KI-Lösungen

Die einzelnen Stufen bauen grundsätzlich aufeinander auf, bilden jedoch keine Einbahnstraße. So fallen bei der Visualisierung der Daten oft Lücken in der Erfassung auf, sodass eine Erweiterung der Datenerfassung nötig wird. Somit ergibt sich ein iterativer Prozess.

Schnell Handeln und Chancen nutzen

Unserer Einschätzung nach wird IIoT in den kommenden Jahren zur Normalität. Ein betroffener Bereich ist zum Beispiel der Maschinenbau, weshalb es entscheidend ist spätestens jetzt die ersten Schritte zu machen und ganzheitliche Konzepte zu entwickeln, die sich möglichst an dem oben gezeigten Stufenmodell orientieren. IIoT ist als Enabler für spätere digitale Geschäftsmodelle zu sehen. Die Kenntnisse und Fähigkeiten für die Umsetzung stehen in der Regel einem mittelständischen Betrieb selten im eigenen Haus zur Verfügung, weshalb eine strategische Partnerschaft auf Augenhöhe mit einem spezialisierten IT-Unternehmen eine sinnvolle Strategie sein kann.

Die pragmatic industries bietet mit der Digital Cockpit Software einen schnellen und einfachen Einstieg in die Welt der vernetzten Maschinen, das mit geringem Aufwand die Umsetzung der ersten 3 Stufen der IIoT Entwicklung bietet. Darauf aufbauend können dann unter Berücksichtigung der Anforderungen des Kunden die Stufen 4 und 5 in Angriff genommen werden und z.B. Echtzeitdaten der Maschine analysiert werden. Gleichzeitig bildet das Cockpit dann auch die Grundlage für Smart Services, KI Lösungen und weitere kundenspezifische Apps.

Bei Fragen können Sie uns gerne kontaktieren. Wir freuen uns auch sehr über Ihr Feedback!

Wer hat’s geschrieben?

Sebastians Begeisterung für Daten und Technik ist unübersehbar und ansteckend. Also der perfekte Kandidat für dieses Thema. In Sebastians Worten: Die einzige Konstante im Leben ist der Wandel, und da ist es besser ihn mitzugestalten, als zuzuschauen.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Dann lassen Sie andere daran teilhaben